Historie – Schöneberg

Gemeinde Schöneberg

Die Gemeinde Schöneberg ist im Rahmen der Gemeindegebietsreform aus den ehemalig selbständigen Gemeinden Felchow, Flemsdorf und Schöneberg (mit Galow und Stützkow)entstanden.
Die Bedeutung der Gemeinde wird u.a. geprägt durch die Nähe bzw. die Lage im Nationalpark „Unteres Odertal“. Im Folgenden erfahren Sie mehr über die Geschichte der einzelnen Ortsteile.

Felchow
Felchow wird erstmals im Jahr 1354 als Velchow erwähnt. Es handelt sich um ein nach Westen erweitertes Angerdorf mit Kirche und Gut. Vor 1354 gehörte das Dorf zu Brandenburg, von 1354 bis 1472 war es unter pommerscher Landesherrschaft. 1469 war Felchow Wohnsitz des von Stoltz.

Felchower Schloss
1527 verfügt das Dorf über 52 Hufen. Im Jahre 1608 werden 2 Rittersitze erwähnt (von Stoltz und von Wichmannsdorf), 15 Bauern und 16 Kossäten. 1680 sind von den 15 Bauernhöfen vier und von den 16 Kossätenhöfen 9 wüst. Im Jahre 1860 gibt es im Dorf zwei öffentliche, 18 Wohn- und 26 Wirtschaftsgebäude, u.a. eine holländische Getreidemühle. Zum Gut gehören in diesem Jahr 21 Wohn- und neun Wirtschaftsgebäude, darunter eine Ziegelei.

Felchower Schloss

Felchower Schloss

Entwicklung der Bevölkerung:
1734 – 96
1774 – 235
1801 – 264
1817 – 260
1840 – 370
1895 – 410
1925 – 478
1939 – 337
1946 – 418
1964 – 425
1971 – 371
1981 – 330
2014 – 307

Die Kirche in Felchow
Es handelt sich um eine Feldsteinkirche aus der Mitte des 13. Jahrhunderts mit eingezogenem Rechteckchor und querrechteckigem Westturm in Schiffsbreite.
Der massive quadratische Turmaufbau stammt aus dem 18. Jahrhundert. Die Kirche verfügt über ein spitzbogiges Portal und einen Altar von 1595; die Kanzel stammt aus dem Jahr 1630.

Kirche von Felchow

Kirche von Felchow

Flemsdorf

Die Geschichte des Dorfes
Der Name Vlemindorp erscheint erstmals 1293. 1354 wird das Dorf als Vlemischdorph, ein Jahr später als Vlemingstorp erwähnt. 1428 erscheint der Name to Vlemstorp, 1459 Flemickstorp und 1481 zu Flemsdorff.
Es handelt sich um ein Straßendorf mit Kirche und Schäferei. 1527 verfügt das Dorf über 68 Hufen. 1544 ist es Wohnhof des von Greiffenberg; 1608 werden 3 von Greiffenbergische Rittersitze erwähnt. 1624 gibt es 9 Bauern, 19 Kosätten; 1734 leben 9 Bauern, neun Häuslinge, ein Schmied, ein Schäfer, vier Hirten, 13 Knechte und sechs Mägde im Dorf. 1840 verfügt Flemsdorf über 25 Wohnhäuser; 1860 gibt es im Dorf 3 öffentliche, 14 Wohn- und 25 Wirtschaftsgebäude (darunter Getreidemühle) und im Gut gibt es 11 Wohn- und 17 Wirtschaftsgebäude (darunter eine Brennerei).
1939 sind im Ort zwei land- und forstwirtschaftliche Betriebe mit mehr als 100 ha, vier Betriebe mit 20-100 ha, zwei Betriebe mit 10-20 ha, ein Betrieb mit 5-10 ha und drei Betriebe mit 0,5-5 ha angesiedelt. Nach der Bodenreform entstand eine LPG Typ I mit 12 Mitgliedern und 47 ha landwirtschaftliche Nutzfläche (1958). 1975 wurde diese an die LPG Felchow angeschlossen.

Entwicklung der Bevölkerung:
1734 – 148
1774 – 214
1801 – 212
1817 – 182
1840 – 242
1895 – 334
1925 – 381
1939 – 338
1946 – 382
1964 – 381
1971 – 326
1981 – 262
2014 – 212

Die Kirche in Flemsdorf
Es handelt sich um eine rechteckige Feldsteinkirche aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Der Ostgiebel besitzt Blenden. Die Kirche hat im Jahr 1700 einen Turm bekommen. Der Kanzelaltar ist aus dem Jahr 1736.

Flemsdorfer Kirche

Flemsdorfer Kirche

Schöneberg

Die Geschichte des Dorfes
Erstmalig erwähnt wird das Dorf im Jahr 1355 als Schonemberge. Weitere schriftliche Erwähnungen: 1472 – to Schenenberge; 1473 – zu Schonnberg; 1476 Schenenwerck. Vor 1354 ist Schöneberg brandenburgisch, von 1354-1472 befindet es sich unter pommerscher Landesherrschaft. 1472 verfügt das Dorf über 58 Hufen. 1711 werden 2 Hüfner und ein Pachtschäfer; 1734 5 Häuslinge, ein Schäfer und zwei Knechte erwähnt. 1840 gibt es im Rittergut Schöneberg 5 Wohnhäuser; 1900 15 und 1931 16 Wohnhäuser.
1939 verfügt das Dorf über einen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb mit mehr als 100 ha; 1952 wird eine LPG Typ I gegründet, die 1955 in Typ III umgewandelt wird. 1972 findet der Zusammenschluss mit der LPG in Stützkow statt. 1971 wird der Ortsteil Stützkow in die Gemeinde Schöneberg eingegliedert.

Entwicklung der Bevölkerung:
1734 – 43
1774 – 89
1801 – 107
1817 – 94
1840 – 110
1895 – 206
1925 – 295
1939 – 256
1946 – 301
1964 – 315
1971 – 318
1981 – 311
2014 – 339

Die Kirche in Schöneberg
Es handelt sich um eine ursprünglich rechteckige Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert. Die Kirchenruine wurde 1729 durch v. Buch zum Kornboden ausgebaut und wird heute als Begegnungsstätte „Speicherstube“ und Heimatmuseum genutzt. Als Besonderheit ist ein sogenannter Schachbrettstein – ein Feldsteinquader mit eingearbeitetem Schachbrettmuster – am östlichen Giebel zu erwähnen, dessen Bedeutung bis heute ungeklärt ist. 2005 wurde als Ergebnis zahlreicher Spenden eine neue Glocke gegossen und geweiht, der Einbau erfolgte im Jahr 2006. Nach Überlieferungen hatte die Kirche ursprünglich keine Glocke.

Speicher in Schöneberg

Speicher in Schöneberg

Gemeindeteil Stützkow
Zum ersten Mal wurde Stützkow (Gemeindeteil der Gemeinde Schöneberg) in einer Urkunde vom 15. März 1354 erwähnt. Ludwig der Römer von Brandenburg trat dem Herzog Barnim III von Stettin Ortschaften und Gebiete der Uckermark ab. In dem Buch des Archivars E. Fidicin wird berichtet, dass Stützkow im Landbuch des Kaisers Karl IV. nicht aufgeführt worden war, weil der Ort damals an Pommern verpfändet war.
Der Besitzer von Stützkow hieß seit 1415 „v. Suringk“. Sein Gut fiel nach seinem Tod am 25.02.1473 wieder an den Landsherrn zurück. Im 15. Jahrhundert verkaufte der Kurfürst den Ort für 200 Rheinische Gulden an Hans von Buch, bis zum 16. Jahrhundert verblieb Stützkow im Besitze der Familie von Buch.
Diese traten ihren Besitz zum größten Teil an die von Aschersleben ab. Im Jahre 1745 haben die von Aschersleben ihren Besitz an den Geheimen Justizrat Conrad von Risselmann weitergegeben, aus diesem ging es dann an den Grafen Reinhard Finck von Finkenstein über. In der Erbauseinandersetzung mit dem Bruder Graf Bogislav übernahm es 1926 Frau von Langenn-Steinkeller aus Birkholz, sie hatte diesen Besitz bis 1945.
1945 kam es zur Bodenreform. Die darauf folgende moderne Landwirtschaft, brachte den Bauern in Stützkow bessere Lebensbedingungen. Im Jahre 1953 versuchte man das erste Mal einen LPG Typ I zu gründen. (Erläuterung zu LPG Typ I: Es wurde nur das Ackerland, eigenes und gepachtetes, zur Nutzung eingebracht. Die übrigen Flächen und die anderen Produktionsmittel blieben Eigentum der Bauern und konnten individuell genutzt werden. Die Mitgliederversammlung konnte auch beschließen, dass Grünland, Dauerkulturen und Wald in die LPG eingebracht werden konnten.)
Im Jahre 1954 kam jedoch schon das Aus für diesen LPG Typ. Die zweite Gründung erfolgte am 13. Januar 1958 mit dem Namen „Freies Odertal“. Aus dem LPG Typ I wurde LPG Typ II und im Jahre 1968 LPG Typ III. Im Jahre 1972 schloss sie sich mit der Schöneberger LPG zusammen.
Ca. 1900, als noch keine Brücke existierte, überquerte man, um in das Poldergebiet zu gelangen, den Kanal mit einer Fähre. Etliche Jahre später wurde eine Brücke gebaut und die Fähre außer Betrieb gesetzt. Während des 2. Weltkrieges wurde die Brücke so zerstört, dass sie nur noch wenig Lasten standhalten konnte.
Am 12. August 1969 gab es die Wasserrechtliche Zustimmung für eine neue Fährstelle bei Stützkow, diese war nur für die LPG gedacht. 1971 wurde Stützkow in die Gemeinde Schöneberg eingegliedert. Der Fährbetrieb wurde am 24. Juni 1976 an das Wasserstraßenamt Eberswalde übergeben. Im Jahre 2000 wurde mit dem Wiederaufbau der Brücke begonnen, die Übergabe zur Nutzung erfolgte am 22. Juni 2001.

Brücke von Stützkow

Brücke von Stützkow

Haus am Strom
Während der Jahre 1987 bis 1989 wurde das Mehrzweckgebäude hergestellt und wird für Veranstaltungen, Feiern und Sitzungen genutzt.
Im Jahre 2000 wurde mit dem Aufbau des Gemeindehauses, begonnen, welches in der Form und Aussehen weitgehend der einer Kirche entsprach.

Haus am Strom

Haus am Strom

Die Eingangstür stammt noch aus der ursprünglichen Kirche und musste nur aufgebessert werden. Dabei wurde festgestellt, dass auf Grund der einzigartigen Lasur die Tür älter als 250 Jahre sein musste (geschätzt wurde ein Alter von 400 Jahren). Seine Krönung erhielt das Haus am 02. Juni 2001. Der Angermünder Kunstschmied W. Schwuchow hatte Kugel, Wetterfahne und Stern entworfen und angefertigt.
In die Wetterfahne hatte er auf Wunsch der Stützkower einen Hecht eingearbeitet. In die Kugel wurde die aktuelle Ausgabe der Tageszeitung, Geldmünzen (darunter auch zwei aus der alten Kugel), eine Aufstellung der Vereinsmitglieder, des Vorstandes und der Helfer, der Entwurf der Bauzeichnung, Bilder vom Ort, Kugelschreiber und die Einladung sowie die Tagesordnung der Einweihungsfeier eingeschweißt. Die feierliche Übergabe des Gemeindehauses „Haus am Strom“ erfolgte am 03.06.2001 mit einem Glockengeläut.

 

Die Kirche von Stützkow
Die in den Jahren 1638 und 1687 erwähnte Kirche wurde stark zerstört und war anscheinend völlig zerfallen. Erst im Jahre 1748 erfolgte ein völliger Neubau durch die Fürsorge des Herrn Geheimrat Risselmann. Sie wurde an einer nach der Oder hin abfallenden Berglehne errichtet.
Die Kirche war ein kleiner Fachwerkbau mit verputzten Fächern in Saalform. Da der Altar aus Platzmangel auf der Westseite stand, sagte man, die Kirche wäre verkehrt orientiert. Die Fenster waren relativ groß mit Rundbögen und kräftigen Profilen. Am Ostende befand sich ein Fachwerkturm, mit einer zierlich geschweiften doppelten Haube. An der Spitze existierte eine Kugel aus Kupferblech, die gewöhnlich eine Urkunde über Gönner, Bauleute, Dorfbeamte und einige Münzen enthielt. Auf dieser Kugel sah man eine kleine ausgezackte Wetterfahne mit der Jahreszahl 1748, dem Erbauungsjahr der Kirche.
Die Kapelle wurde innen mit Ziegelsteinen gepflastert. Bis zum Jahre 1948 hatte die Kirche einen Kanzelaltar, bei der Renovierung im Jahre 1948 wurde der Kanzelaltar abgetragen, die Kanzel links aufgestellt, der Altarblock neu verputzt und mit einem großen Kreuz aus Holz versehen. Im Osten war die Orgelempore mit der Orgel untergebracht.
Die Kirche war Filiale von Crussow und unter dem Patronat der dortigen Gutsherrschaft. Die Kirche besaß früher zwei Glocken, die größere kam nach Südwestafrika zu einer Missionsstation (vor 1907) und die kleinere (aus dem 15. Jahrhundert – Durchmesser 39 cm) trug die Inschrift „ave maria gratia plena“ (Gegrüßt seiest du, Maria, voller Gnade!) und kam um 1907 in das Uckermärkische Museum in Prenzlau. Hier befindet sie sich auch noch heute.
Am 17. März 1907 bekam Stützkow vom Evanglischen Oberkirchenrat zwei neue Bronzeglocken zur Erinnerung an das Jahr 1806/07 geschenkt. Die große Glocke wurde 1906 von Franz Schilling gegossen und der Durchmesser war 66 cm, mit Verzierungen am langen Feld ein Eisernes Kreuz von 1813/14 mit den Worten „Gott mit uns“ und „Uns groß Franz Schilling zu Apolda / aus preuß. Geschützbronze / geschenkt vom ev. Oberkirchrat / in 100. Gedenkjahr an Stützkower Treue“. Die kleine Glocke, ebenfalls von Franz Schilling gegossen mit einem Durchmesser von 54 cm, wurde 1917 für den ersten Weltkrieg wieder abgeliefert.
Im Jahre 1945 wurde die Kirche durch das Kriegsgeschehen stark beschädigt, das Dach war von Kugeln durchlöchert, an der Turmwand klaffte ein großes Loch, die Orgel und die Turmuhr waren fast völlig zerstört. Ab dem Jahre 1948 wurde dann mit der Ausbesserung der Kirche begonnen, trotz allen Bemühungen musste die Kirche aufgrund der erheblichen Bauschäden 1981 komplett gesperrt werden. Im Jahre 1986 wurde die Kirche dann vollständig abgerissen.