Gemeinde PassowDie Gemeinde Passow liegt im Norden des Amtes Oder-Welse und wird gebildet aus den Ortsteilen Briest, Jamikow, Passow/Wendemark und Schönow. Am 31. Dezember 1998 schlossen sich die Gemeinden Briest, Jamikow und Passow zur neuen Gemeinde Welsebruch zusammen. Seit 2003 ist auch die ehemalige Gemeinde Schönow Ortsteil von Passow. Im Herbst 2004 wurde die Gemeinde Welsebruch in die Gemeinde Passow umbenannt. Briest Die Geschichte des Dorfes Um 1190 bis 1200 wurde im Rahmen der deutschen Kolonisationsbewegung das mittelalterliche Dorf als Angerdorf angelegt. Bis 1472 war es unter pommerscher Landesherrschaft. Auf Grund des über 100 Jahre währenden Streites zwischen den pommerschen und brandenburgischen Fürsten wechselte die Landesherrschaft des öfteren. Ende des 15. Jahrhunderts gehören Teile von Briest den Arnims auf Zichow, später gehörte es wieder zum Amt Gramzow. Im Jahre 1542 wird Briest Pfarrdorf. Im Jahre 1578 gehören 18 Bauern, 6 Kossäten, ein Schmied und ein Hirte zu den Einwohnern des Ortes. Die Kriege, wie der Dreißigjährige Krieg und Siebenjährige Krieg brachten Tod, Not und Elend und die teilweise Verwüstung der Höfe mit sich, die Bevölkerung musste Quartiere gewähren, Löhnungen und den Bedarf an Lebensmitteln für die Truppen und Futter für die Pferde aufbringen. Nicht selten waren sie Plünderungen ausgesetzt. Im Jahre 1813 wurde eine Landwehr errichtet und eine Bewaffnung vorgenommen, das erforderliche Geld wurde durch Sammlungen und Stiftungen im Ort beschafft. Gedenktafeln in der Kirche weisen darauf hin, dass im Befreiungskrieg 1813/1815 43 Bürger des Ortes bei verschiedensten Kämpfern und in verschiedensten Ländern ihr Leben ließen. In den nachfolgenden Jahren nahm der Besitztum in Briest zu. In den Jahren 1897 bis 1899 wurde die Straße von Briest bis Bahnhof Passow auf eigene Kosten gepflastert, 1914 wurde begonnen, das Ortsnetz zur Elektrifizierung umzubauen, unterbrochen durch den 1. Weltkrieg, brannte das erste elektrische Licht am 15.02.1920. Der Bauerncharakter des Dorfes hatte sich über Jahrhunderte erhalten, der großbäuerliche Besitz sich ständig vergrößert und damit Ausbeuterverhältnisse geschaffen. Nach dem Ende des II. Weltkrieges (1933-1945) wohnte im Ort nur die Familie Herfort, alle anderen Einwohner mussten den Ort verlassen, obwohl Briest keine strategische Bedeutung hatte. Mit der Rückkehr der Einwohner in den Mai- und Junitagen des Jahres 1945 kamen auch viele andere Menschen nach Briest. Laut Kataster hatte Briest 1945 eine Fläche von 1174 ha. Davon 745 ha Ackerland und 267 ha Dauergrünland. Es ist ein vorwiegend mittelschwerer Boden mit einer durchschnittlichen Ackerwertzahl 48. Also bei guter Bewirtschaftung ein fruchtbarer Boden. Das Dorf hatte plötzlich fast 580 Einwohner, das waren 150 Menschen mehr, als bisher im Ort wohnten. Vielfach wohnten 13 Personen in einer Stube und man richtete notdürftige Unterkünfte in den Ställen ein. Gerade bei dieser Aufgabe standen den Briestern die Offiziere und Soldaten der Roten Armee helfend zur Seite. Sie gaben Unterstützung bei der Bestellung der Felder, der Saatgutbeschaffung und halfen bei der Versorgung mit Milch und Fleisch. Im Haus Glöde war damals die sowjetische Kommandantur untergebracht. Briest selbst hatte keinen großen Schaden durch Kriegseinwirkungen zu beklagen. 1949 erfolgte die Gründung beider deutscher Staaten. Ein schwieriger Prozess war die Umstellung der Landwirtschaft von der bäuerlichen Einzelwirtschaft auf eine kollektive Arbeitsweise. Viele erlebten dies als den Verlust von Land und Vieh. Im ehemaligen Haus Lüder wurde 1951 eine Konsumverkaufsstelle eingerichtet. 1961 war der Aufbau der LPG-en abgeschlossen. In den Jahren 1963/64 wurde eine Kultureinrichtung mit Gaststätte, Saal, Küche und Kindereinrichtung erbaut. Die ersten 12 WE als staatlicher Wohnungsbau wurden 1965 errichtet. 1966 erfolgte die Einrichtung eines Friseurstützpunktes, der 1975 in das ehemalige Haus Draht umgesetzt wurde und 1979 im Haus Dorfstraße 14 erneuert wurde. Heute befindet er sich in der Kultureinrichtung Golmer Weg. Umfangreiche Arbeiten zur Verbesserung der Bürgersteige durch Verlegung von Gehwegplatten wurden 1976 vorgenommen. Außerdem wurden durch Eigenleistungen der Bürger viele Blumenrabatten geschaffen. 1979 wurde die Gesundheitsstube, welche bereits seit vielen Jahren bestand, neu im Haus Dorfstraße 14 eingerichtet. Die Trinkwasserleitung wurde in den Jahren 1981/82 erbaut und 94 Haushalte an die Trinkwasserversorgung angeschlossen. Der Bau weiterer 5 WE erfolgte 1984. Die Kirche von Briest Die Briester Kirche, erbaut im 13. Jahrhundert, mit ausgezeichneten Feldsteinbau und teilweiser Verwendung von Backsteinen, ist geprägt durch den Einfluss der Mönche des Gramzower Klosters.
Jamikow Die Geschichte des Dorfes Die Bruchlandschaft von Randow und Welse gehört zum nordöstlichen Teil der Uckermark. Diese an Wäldern und Seen reiche Landschaft zieht sich vom Finowtal im Süden bis nach Pasewalk im Norden hin. Die räumliche Lage Das Dorf liegt etwa 5 km nördlich der Bundesstraße 166, die Schwedt und Prenzlau miteinander verbindet, und in der Nähe der Bahntrasse Berlin Sczezin (ca. 3 km entfernt). Bekannt ist Jamikow auch durch die zahlreichen Lesungen der Buchautorin Lisa Lehmann, die Heimatgeschichten in „Ein Sommermärchen“ erzählt. Die Kirche in Jamikow Die Kirche, die 1856 erbaut wurde, hat ihren Platz mitten im Dorf. In den vergangenen Jahren wurden sowohl an der Friedhofsmauer als auch an der Kirche Restaurationsarbeiten ausgeführt.
Das Gutshaus in Jamikow Das denkmalgeschützte Gutshaus, eine spätbarocke Anlage, wurde vermutlich schon Ende des 18. Jahrhunderts errichtet. Für den langgestreckten eingeschossigen Bau ist das hohe, für diese Zeit typische, Mansarddach. Passow/Wendemark Die Geschichte des Dorfes Passow Im Jahre 1527 besteht das Dorf aus 60 Hufen, 1536 werden Mühle, Krug, Burgwall, Zoll und alte Dorfstätte genannt. 1624 gibt es in Passow 16 Bauern, 15 Kossäten, einen Müller - das Dorf verfügt über 46 Hufen. Im Jahr 1734: 19 Bauern, 12 Häuslinge, einen Müller, einen Schmied, einen Leineweber, einen Schäfer, vier hirten, 19 Knechte und 15 Mägde. 1840 verfügen Dorf und Rittergut über 52 Wohnhäuser; im Jahre 1931 über 76 Wohnhäuser. Entwicklung der Bevölkerung: Die Kirche in Passow Der Bahnhof in Passow Als die Bahn Berlin-Stralsund geplant wurde, sollte die Strecke vom Bahnhof Passow aus gebaut werden. Aber die Bauern der Gemeinden Briest und Fredersdorf weigerten sich, den notwendigen Acker hierzu abzutreten. Sie wollten " dat Dübelstüg" nich auf ihrem Acker sehen. So wurde die Bahnstrecke von Angermünde aus gebaut und Bahnhof Passow verlor seinen ganzen Glanz. Wendemark Dieser Wald kam durch Schenkung in der Besitz des Klosters Gramzow. Später wurde der Wald gerodet und an die Briester Kirche verpachtet. Für einen selbständigen Ort war das Land zu klein. Nach einer Karte von 1719 hatte er nur 671 Morgen Ackerland. Auch wenn in geschichtlicher Zeit vor 1730 keine Bevölkerung nachweisbar ist, so ist doch in der vorgeschichtlichen Zeit der Ort wohl dauernd besiedelt gewesen. Die älteste Siedlung hat an und auf der Kiesgrube bei Neumann Nr. 1 gestanden. An der Nordseite der Kiesgrube kann man noch heute eine steinzeitliche Wohngrube erkennen. Deutlich hebt sich die schwarze Kulturschicht der Grube ab, die mit Feuersteinsplittern bedeckt ist. Es war jedenfalls die Werkstätte eines Indogermanen, der hier vor ungefähr 4000 Jahren Feuersteinwaffen für sich und vielleicht auch für andere herstellte. Zahlreiche Knochen als Abfalle seiner Mahlzeiten sind ebenfalls dort zu finden. Scherben und fertige Waffen sind bisher dort noch nicht gefunden worden. Eine andere steinzeitliche Wohngrube befindet sich in dem Abhang der großen Sandgrube bei Siedlung Nr. 9. In ihrer Nähe sind 1897 beim Abfahren des Sandes, anlässlich der Besandung der Moorkulturen, 4 Urnen gefunden worden. Sie gehören zum Kulturkreis der Oderschnurkeramik. Sie wurden lange Zeit von Amtsrat Schreyer irn Gutshause aufbewahrt. 1930 wurden sie vom Vorgeschichtlichen Museum Berlin als Ausstellungsstücke erworben. In der Nähe der Wohngrube deckte der Arbeitsdienst dann 1932 ein Hockergrab auf. Das Skelett lag mit angehockten Beinen auf der rechten Seite. Die Hände lagen in typischer Schlafstellung unter dem Kopf. Das Skelett zeigte mit dem Kopf nach Osten und dem Steiß nach Westen. Das Gesicht sah nach Norden. Der Schädel war ein wundervoller nordischer Langschädel. Das Skelett war ohne Steinschutz beigesetzt und hatte leider keinerlei Beigaben, die eine genaue Altersbestimmung ermöglicht hätten. Auf der besandeten Kultur wurde von dem Inspektor Hofmann eine zersprungene durchlochte Steinaxt gefunden. Auf dem Unterland an der Bahn wurde 1932 eine steinzeitliche Handmühle ausgepflügt. Leider wurde sie zerschlagen und zu Pflastersteinen verarbeitet. In der nachfolgenden Bronzezeit ist für Wendemark ein zusammenhängendes Dorf nachzuweisen. Beim Legen von Pumpenröhren fanden am 22.04.1929 die Elektromonteure Hermann Buchin und Georg Neuendorf im Vorgarten der Schule eine Spirale aus goldenem Doppeldraht mit 4 Windungen. Der Durchmesser beträgt 1,5 cm, das Gewicht etwas unter 6 g, die Masse ist Gold von sehr hohem Feingehalt. Der Ring, ein sogenannter Lockenring stammt aus der 5. Periode der Bronzezeit um 1000 v. Chr.. Auch für die nachfolgende Eisenzeit gibt es Beweise, dass der Ort zu der Zeit besiedelt war. Auf der steinzeitlichen Wohngrube bei Nr. 1 stand eine Steinkiste. Sie steht jetzt im Schulvorgarten auf der Fundstelle des goldenen Ringes. Sie war das Grab eines Germanen. In ihrem Inneren fanden sich leider nur noch einige Knochenreste vom Schädel. Man hatte dem Toten keinerlei Gaben mit ins Grab gegeben. Die Gemeinde Wendemark wurde 1974 in die Gemeinde Passow eingemeindet. Entwicklung der Bevölkerung: Schönow Der kleine, nur 300 Einwohner zählende Ort Schönow, liegt im Südosten der Uckermark, weitab von pulsierenden Verkehrsadern, umsäumt von Wäldern. Ein kleiner Waldsee, die nahen Wiesen des Randowtals, sowie auch der alte Gutshof mit seinen aus Feldstein errichteten Häusern und dem wieder rekonstruierten Schloss erzeugen ein dörflich idyllisches Flair. Ein Aufenthalt lohnt sich für Jeden und für jeden Anlass. Ob für den Wandersmann, der die Ruhe der Wälder und die Weite des Randowtales genießen möchte oder für den Abenteurer, der die Fahrt mit dem Kanu durch die Stromschnellen im polnischen Drawienski - Nationalpark genauso spannend findet wie einen 2 - Tage - Ritt mit Übernachtung in Zelten bei Lagerfeuer und Bohnensuppe. Das Schönower Schloss Der Turm des Schönower Schlosses im Winter 2000 nach seiner Restaurierung ! Der Nordflügel ist komplett renoviert, mit dem Südflügel ging es im Frühjahr 2002 weiter und wurde im Herbst 2002 beendet. Schönow - "Sportlichstes Dorf Brandenburgs 2001" Während sich der Uckermärkische Reit- und Fahrverein Hubertus e.V. natürlich ganz dem Reitsport (Dressur und Springreiten) verschrieben hat, besitzt der 1928 gegründete und seit 1990 wieder unter dem gleichen Namen existierende Schönower Sportverein ein Sportartenspektrum von Leichtathletik und Fußball über Aerobic/Gymnastik bis zum Behindertensport. Die von Familie Neugebauer-Wallura betreuten Bogenschützen stehen mit einer gemischten Mannschaft sogar im Spielbetrieb der 1. Bundesliga. Die Bogenschützen veranstalten neben Pokalturnieren auch einen eher exotisch anmutenden Wettbewerb der ansässigen Bogensportler - das Sommerbiathlon. Neben dem Punktspielbetrieb in acht Fußballmannschaften verschiedener Altersklassen bietet der „Schönower Sportkalender" allein im Jahr 2001 sechs Ausdauerläufe, den Sportlerball, das traditionelle Pfingstsportfest oder das 4. Schlossparkturnier im Reitsport. Zuerst mehr im Hintergrund entwickelte sich eine Seniorensportgruppe im Wandern sowie die Frauengruppe für Aerobic. Letztere trainiert im Gutshaus des Nachbarortes Jamikow und lockt inzwischen auch Frauen zwischen 40 und 65 Jahren aus den umliegenden Gemeinden an. Die Sportfamilie Schönows reicht von 120 Kindern und Jugendlichen bis zum 92-jährigen Karl Schulz, der 1928 die Idee hatte, in Schönow einen Sportverein zu gründen. Dieser profitiert von einem „sportlastigen Gemeinderat", denn 4 der 7 Gemeindevertreter, darunter Bürgermeister Burkhard Woitge, sind Vereinsmitglieder. Daraus erklärt sich auch die Entstehung eines das Ortsbild immer stärker prägenden Natursportparks. 60 TDM aus dem Goldenen Plan Ost im Jahr 2000 wirkten dabei als ein zusätzlicher Schub für ein Vielfaches an Eigenleistung der Vereinsmitglieder zur Entwicklung der Natursportanlage, zu der auch ein Naturlehrpfad mit sich anschließenden Lauf- und Wanderwegen gehört. "Pony - und Abenteuerland" in Schönow - Pferde, Spass und Abenteuer ... Pferde und Ponys erfreuen heutzutage Millionen Menschen jeden Alters, sei es, dass sie als Reiter, Besitzer oder auf andere Weise direkt mit den Tieren zu tun haben, oder als reine Zuschauer, die Pferde einfach schön finden, sie aber gar nicht unbedingt selber reiten möchten. Für jene Menschen, die eine enge Beziehung zu diesen herrlichen Tieren aufbauen, sind diese Partner in einer wahrhaften und ehrlichen Freundschaft - sowie das Vertrauen auf beiden Seiten gefestigt ist. Vor fast 10 Jahren wurde die Idee geboren, mitten in Schönow auf dem ehemaligen Gutshofgelände den Pferdesport zu etablieren. Es entstand der Uckermärkische Reit- und Fahrverein Schönow e.V. "Hubertus". Der Grundgedanke war, Kinder und Jugendliche aus der Gegend im Pferdesport zu fördern. Aber auch Kinder aus Berlin und anderen Orten die ihre Ferien mit Pferden verbringen wollten, fanden hier während ihrer Ferienzeit ein zu Hause. Nach einer wechselvollen Geschichte wurde am 01. März 1997, neben dem Verein, der Betrieb Pony- und Abenteuerland Randowtal gegründet.
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